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Recenzje / Animations (2007) / Babyblaue Seiten

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Frischer Wind aus Polen, einem Land mit anscheinend sehr weitreichenden Prog-Rock-Ressourcen. Erstaunlich welche Bands immer wieder von dort zu uns „herüberschwappen“. Nun also Animations, die sich erst Anfang 2006 gefunden haben, aber seitdem schon ein Demo, ein Studioalbum und eine – noch unveröffentlichte – Live-DVD aufgenommen haben.

NeoProg und ProgMetal sind für mich immer die typischen Stilrichtungen gewesen, bei denen Gesang irgendwie dazugehört. Instrumentale Ansätze fand ich da immer etwas seltsam, es sei denn im Bereich des eher extremen Frickel-ProgMetals, wo vielleicht ein Sänger schon mal überfordert ist. Animations zeigen nun, wie man durchaus hoch melodischen ProgMetal machen kann und das rein instrumental überzeugend darbringt. Ich gebe trotzdem zu, gelegentlich warte ich beim Debütalbum von Animations noch immer an manchen Stellen darauf, dass sich jetzt gleich eine Stimme erhebt. Aber das tut dem Genuss keinen Abbruch.

Animations präsentieren also instrumentalen ProgMetal. Dabei gehen die vier Polen durchaus überwiegend eher melodisch, teils gar ausladend bombastisch zu Werke. Die meist epischen Songs sind denn auch entsprechend angelegt. Es erfolgt ein langsamer Stimmungsaufbau, der viel auf Atmosphäre setzt, bevor dann ordentlich mit Schmackes losgerockt wird. Das Klangbild wird dominiert vom Ringen von Keyboards und Gitarre. Gewaltige Tastendome, flinke E-Piano-Läufe, ausladende Flächen, kreischende Synthie-Solos werden von heftigen Riffs, rasenden Soloausbrüchen und wuchtigen Licks der Gitarre konterkariert. Im Untergrund legen ein profunder, sonorer Bass und eine wuselige, druckvolle Drumarbeit ein krachendes, stabiles Fundament.

Da es hier wie gesagt keinen Sänger gibt, übernehmen die Keyboards schon mal quasi die Gesangslinien und die Melodieführung. Aber die Polen können auch ordentlich vertrackt frickeln, sie verpacken das nur geschickt in ihre epischen Werke. Aber hier gibt es genug Futter für metallische Frickelheads, gerade beim formidablen Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug. Atemberaubend wird das Ganze schließlich zum Schluss, wenn das Album im Höhepunkt „Animations“ kulminiert.

Abgerundet wird das Album von einem ausgesprochen passenden Artwork, welches vom Polen Maciek Zielinsky im - sagen wir mal - Travis Smith-Stil gefertigt wurde.

Animations legen ein erstklassiges, erfrischendes, mitreißendes Debütalbum vor, welches jedem, der auf melodische Härte mit einem gewissen Hang zur Frickeligkeit steht, ein Dauergrinsen aufs Gesicht zaubern sollte.

Thomas Kohlruß

Ocena: 11/15

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